Dienstleistungszentrum 4 Sonnen

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Dienstleistungszentrum 4 Sonnen
Sektor
Themenbereich Bauhof
Staat Österreich
Bundesland Oberösterreich
Bezirk/Kreis
Projektpartner (Institutionen) Aspach, Höhnhart, Rossbach, St. Veit im Innkreis
Kontaktperson(en) Erich Priewasser, Walter Andreaus
Projektwebsite http://www.dlz4sonnen.at/
Projektstart (Jahr) 2004
Rechts- und Organisationsform Gemeindeverband
Preise und Auszeichnungen

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Koordinaten: 48° 10' 49" N, 13° 16' 47" O

Inhaltsverzeichnis

Problembeschreibung - Grund für die Kooperation

Die Gemeinden Aspach, Höhnhart, Rossbach und St. Veit im Innkreis liegen am Rande des Kobernaußerwaldes im Bezirk Braunau in Oberösterreich. Die beiden Bezirksstädte Braunau und Ried sind über gute Straßenverbindungen rasch zu erreichen, ebenso wie das benachbarte Deutschland, das durch die Verbindung der Innkreisautobahn in leicht erreichbarer Nähe liegt. Alle vier Gemeinden sind durchwegs ländlich strukturiert, wobei sich eine starke Tendenz in Richtung sanfter Tourismus und Gesundheitstourismus feststellen lässt.

Die Innviertler Gemeinden Aspach, Höhnhart, Rossbach und St. Veit im Innkreis haben sich auf Grund von Wirtschaftlichkeits-, Sparsamkeits- u. Zweckmäßigkeitsüberlegungen entschieden, mit Unterstützung des Landes Oberösterreich, die Zusammenlegung ihrer Gemeindenbauhöfe zu prüfen und in Folge umzusetzen.

Beschreibung

Das Projekt „Dienstleistungszentrum Vier-Sonnen“ wurde in erster Linie unter betriebswirtschaftlichen, organisatorischen und personellen Aspekten analysiert, langfristige Gesamtaussagen zu Betrieb, Instandhaltung, Investition und Re-Investition gemacht. Die Resultate und quantifizierbaren Kosteneinsparungen wurden unter der Prämisse der gleich bleibenden qualitativen Leistung für die GemeindebürgerInnen gemeinsam ermittelt. Konkret liegen die gesamten möglichen Einsparungen eines gemeinsamen Bauhofes bei konservativer Bewertung bei rund € 1.450.000,-. Fragen zur möglichen Rechtsform, kostenoptimalen Finanzierung sowie Fragen zur Kostenverteilung eines solchen „DLZ Vier-Sonnen“ wurden, teils von externen Fachspezialisten, ebenso detailliert beantwortet.

Folgende Zielsetzungen des Projektes wurden verfolgt:

  • Optimierung der Auslastung von Fahrzeugen, Maschinen u. Geräten
  • Optimierung des Personaleinsatzes
  • Kostenreduktion bei verbesserter Leistung
  • Professionelles Bauhofmanagement

Die Bearbeitung dieser Ziele erfolgte vor dem Hintergrund, möglichst alle Gemeindeinteressen zu berücksichtigen, sowie der Zusammenführung von Betriebsführung und Investitionen.

Schritte zur Errichtung der Kooperation

Die Kooperation wurde unter dem Namen „Dienstleistungszentrum 4 Sonnen“ im zentral gelegenen Betriebsbaugebiet Aspach/Höhnhart errichtet. Die Realisierung dieses Projekts erfolgte sehr rasch und dauerte von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme nur knapp eineinhalb Jahre, wie der folgende Zeitablauf zeigt.

  • Juni 2004 Projektbeginn, Ausarbeitung des Konzepts
  • Aug. 2004 Vorliegen des fertigen Konzepts
  • Sept. 2004 Bewilligung des Projekts durch das Amt der Oberösterreichischen Landesregierung und Förderungszusage
  • Okt. 2004 Beschlussfassungen in den Gemeinderäten der vier Kooperationsgemeinden
  • Nov. 2004 Beginn der Bauplanung
  • Juni 2005 Baubeginn
  • Nov. 2005 Inbetriebnahme des Dienstleistungszentrum 4 Sonnen

Finanzierung

PPP-Modell, 1,98 Mio €, 80 % davon stammen aus Fördermitteln des Landes OÖ

Aktueller Stand

Das Dienstleistungszentrum – mit 7 Beschäftigten schlank besetzt – ging im November 2005 im Gewerbegebiet Aspach/Höhnhart in Betrieb und hat alle ursprünglichen Erwartungen erfüllt. Sparen ist für die rund 5000 Gemeindebürger/- innen mit keinem Leistungsverlust verbunden – ganz im Gegenteil. Grundvoraussetzung, dass die Gemeindekooperation funktioniert, eine Partnerschaft auf Augenhöhe – egal wie groß oder klein eine Gemeinde ist. Im Vorfeld haben sich die Beteiligten über alle Details einer gerechten Kostenaufteilung geeinigt. Dann allerdings gilt es laufend zu hinterfragen, ob die damaligen Annahmen im Tagesbetrieb erfüllt werden. Gemeinsamer Neubau und Betrieb eines „Dienstleistungszentrums 4 Sonnen“ anstelle von 4 Bauhöfen. Damit bedeutende Einsparung von Flächen, Instandhaltung und Betriebskosten. Weiters wurden die Geräte optimiert, verbessert und unrentable ausgeschieden.

Erzielte Effekte - Stärken und Schwächen der Kooperation

Die Konzentration der Dienstleistungen auf einen Standort bewirkt eine höhere Spezialisierung der eingesetzten Mitarbeiter und eine bessere rund-um-die-Uhr-Betreuung, etwa beim Winterdienst. Die Schlagkraft bei einem Schadensfall, zum Beispiel bei Starkregen, ist höher. Durch Personalkooperation kann sich eine kleinere Gemeinde einen gemeinsamen Bauhofleiter leisten, der sämtliche Baumaßnahmen für die vier Gemeinden koordiniert– eine große Erleichterung für die Verwaltung. Das führt zu mehr Konsequenz bei Instandhaltungen im Straßenbau, was früher nicht in diesem Ausmaß gemacht wurde. Man kann sich gemeinsam mehr leisten als allein.

  • 43 % Einsparung bei Bauhofflächen: von 2057 m² auf 1300 m²
  • Baukosteneinsparung nach dem Motto „Aus vier mach eins“: 1,4 Millionen Euro
  • 140.000 Euro Kosteneinsparung im Jahr, z. B. durch geringere Betriebskosten und Personalkooperation
  • Fahrzeugpool: Zwei Traktoren mit Winterdienstausrüstung, ein Hoftrac, drei Kleintransporter, ein Böschungsmäher, Kleingeräte für die Straßenerhaltung und Grünlandpflege

Stärken

Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass sich die Lösung, die Bauhöfe der vier Gemeinden in ein gemeinsames Dienstleistungszentrum zusammenzufassen und damit die Bauhofaufgaben gemeindeübergreifend anzubieten, bewährt hat. Ein Großteil der Vorteile und Synergieeffekte ist in der kurzen Zeit des Bestehens des DLZ bereits eingetreten und wird von den Gemeinden intensiv genutzt:

  • Klare Steigerung der Leistungen durch qualitative als auch quantitative Ausweitung
  • Einheitlicher Standard an Bauhofleistungen in allen vier Kooperationsgemeinden
  • Verlässliche und regelmäßige Durchführung von Daueraufgaben
  • Ausgezeichneter Winterdienst
  • Generell erhöhte Schlagkraft, insbesondere auch im Notfall
  • Deutliche Einsparungen bei den Fuhrparkinvestitionen
  • Bessere Auslastung der modernen Maschinen und Geräte
  • Optimierter Einsatz des Personals u.a. durch Nutzung des größeren Teams und der beruflichen Spezialisierungen
  • Verbesserte Wirtschaftlichkeit – mit gleich bleibendem bzw. leicht verringertem Ressourceneinsatz (Personal nicht erhöht, Fuhrparkbestand reduziert) werden mehr Leistungen erbracht
  • Erhöhtes Kostenbewusstsein
  • Vorteile aus der notwendigen Einführung eines Bauhofmanagements, wie z.B. die konsequente Planung der Bauhofaufgaben, das sichere Beauftragungssystem und eine spürbare Entlastung der Gemeindeverwaltungen

Schwächen

Wenn auch die Vorteile dieser Kooperation deutlich überwiegen, so zeigten sich auch einzelne nachteilige Auswirkungen. Durch die unter dem Gesichtspunkt der Effizienz optimierte Arbeitsplanung und –durchführung, geht eine gewisse Flexibilität verloren. So kann das DLZ bspw. nicht mehr im gewohnten Ausmaß auf Anfragen für kleine, rasche Hilfeleistungen reagieren. Mit dem elektronischen Beauftragungssystem verringert sich die unmittelbare Kommunikation zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Länger anhaltende Probleme ergaben sich vor allem dadurch, dass mit diesem Projekt ein tief greifender organisatorischer Wandel verbunden war, der das Zusammenwachsen der Mitarbeiter und damit die Bildung eines einheitlichen und effizienten Teams erschwerte. Die Gemeinden und die DLZ‐Mitarbeiter sind sich dieser Schwierigkeiten bewusst und arbeiten aktiv an einer Verbesserung der Situation.

Wichtigste Erfolgsfaktoren bei der Kooperation

Das Ziel, den Leistungsstandard durch diese Kooperation zu steigern, wurde erreicht. Als wichtigster Zugewinn kann die Einführung eines gleichen Leistungsstandards angeführt werden. Damit wurde sichergestellt, dass in jeder der vier Kooperationsgemeinden die gleichen Leistungen in gleicher Qualität angeboten werden. Durch die gemeindeübergreifende Aufgabenwahrnehmung konnten Kapazitäten im Bereich des Fuhrparks besser ausgenützt werden. Durch die Ausgliederung der Bauhöfe aus den Gemeindeverwaltungen, ihre organisatorische Einbindung in das DLZ und die damit verbundene einheitliche Führung sowie die Neustrukturierung der Abläufe konnten vor allem die Amtsleiter von Bauhofangelegenheiten entlastet werden. Mit der Umsetzung der Kooperation haben sich auch Vorteile für die DLZMitarbeiter ergeben. Durch das größere Team ist es nun leichter, Vertretungen oder Bereitschaftsdienste zu regeln und so die Mitarbeiter zu entlasten.

Pläne für die Weiterentwicklung

Durch die erfolgreiche Realisierung des Projektes DLZ 4 Sonnen die Basis für weitere gemeinsame Kooperationsprojekte geschaffen wurde. Vor allem der gute Kontakt der Bürgermeister untereinander, aber auch jener der Amtsleiter führte dazu, dass die vier Gemeinden in mehreren, teils unterschiedlichen Konstellationen weiter zusammenarbeiten. In der Folge konnten so weitere Kooperationsprojekte realisiert werden:

  • Gemeinsames Altstoffsammelzentrum für alle vier Gemeinden
  • Essen auf Rädern für alle vier Gemeinden
  • Gemeinsames Gewerbegebiet Aspach‐Höhnhart
  • Verwaltungskooperation
  • Gemeinsamer EDV‐Server

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