GIZ-K - Kommunaler Webauftritt

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GIZ-K - Kommunaler Webauftritt
Sektor
Themenbereich E-Government, Bürger- & Kundenorientierung, Informationstechnologie, Webauftritt
Staat Österreich
Bundesland Kärnten
Bezirk/Kreis
Projektpartner (Institutionen) Gemeindeinformatikzentrum Kärnten, Verein Aktive Gemeinde, Magistrat Klagenfurt, Webwerk Kommunikationsdesign GmbH, BMKz
Kontaktperson(en) Roland Wohlfahrt
Projektwebsite http://www.giz-k.at/gemeindehomepage-neu-56.php
Projektstart (Jahr) 2008
Rechts- und Organisationsform lose Kooperation
Preise und Auszeichnungen eAward

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Koordinaten: 46° 37' 18", 14° 16' 3"

Was bedeutet Barrierefreiheit im Web?

Die Website "Barrierefreies Webdesign" gibt dazu eine kurze Zusammenfassung:

Barrierefreiheit im Web bedeutet, "dass Menschen mit Behinderungen ein Webangebot uneingeschränkt und selbstständig nutzen. [...] Die Nutzung muss auch mit den Fähigkeiten und den Hilfsmitteln behinderter Nutzer möglich sein. Es handelt sich um eine Gebrauchstauglichkeit vor dem Hintergrund einer Behinderung."

Das heißt also, dass Barrierefreiheit im Web nicht nur sehbehinderte Menschen unterstützt, sondern alle Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen (Hörbehinderungen, motorisch behinderte Menschen, etc.).

Barrierefreiheit mündet aber auch in einer höheren Qualität des Webauftritts (z.B. klarere Strukturen, einfache Sprache, klar ausgezeichnete Bedienelemente, etc.), die allen Besuchern der Website zu Gute kommt.

Ausgangslage

Mit 1.1.2008 sind die Gemeinden gemäß § 1 Abs. 3 E-Government-Gesetz verpflichtet, ihre Webauftritte barrierefrei zu gestalten. Während der 4-jährigen Übergangsfrist (von der Bekanntmachung bis zum Inkrafttreten dieses Gesetzes) wurde den bevorstehenden Herausforderungen zu wenig Aufmerksamkeit zuteil.

Nach einer Bestandsaufnahme über den Zustand der Kärntner Gemeindehomepages wurde schnell klar, dass akuter Handlungsbedarf besteht. Da Barrierefreiheit im Web keine einmalige Aktion ist, sondern vielmehr als dauerhafter Prozess verstanden werden muss, wurde vom Gemeindeinformatikzentrum Kärnten ein Bündel von zeitlich aufeinander abgestimmten Maßnahmen geschnürt, um die Kärntner Gemeinden bestmöglich auf diese Thematik vorzubereiten und bei der Verbesserung der Webauftritte zu unterstützen.

Aktueller Stand

Heidrun Silhavy, Ministerin für Frauen, Medien und Regionalpolitik, übergab den Preis an GF Manfred Wundara
Bild des Sonderpreises und der Urkunde

Wir können bis dato eine höchst erfreuliche Zwischenbilanz ziehen. Über 80 Kärntner Gemeinden sind derzeit dabei oder planen, ihren Webauftritt zu überarbeiten, um den geforderten gesetzlichen Bestimmungen zu entsprechen. Ca. 30 Gemeinden sind bereits mit einer neuen Homepage online. Die Kärntner Gemeinden können dabei auf das Gemeindeinformatikzentrum Kärnten als standardisierende, beratende bzw. aufklärende und koordinierende Instanz zugreifen und haben somit mehrere Varianten einer Zusammenarbeit mit dem Gemeindeinformatikzentrum Kärnten zur Auswahl.

Dieses Bündel an Maßnahmen, zusammengefasst im Projekt "Barrierefreie Kärntner Gemeindehomepages", wurde am 19.9.2008 im Rahmen des "ebiz egovernment award Kärnten" mit dem Sonderpreis "Barrierefreiheit in der IT" ausgezeichnet. Der Preis wurde von Geschäftsführer DI Manfred Wundara entgegen genommen.

Maßnahmen

Evaluierung der Gemeindehomepages

Das Gemeindeinformatikzentrum Kärnten hat im Dezember 2007 und Jänner 2008 die Internetauftritte aller Kärntner Kommunen hinsichtlich Barrierefreiheit getestet. Davon waren lediglich 13 fehlerfrei. Fehlerfrei bedeutet in diesem Zusammenhang, dass nur jene Prüfkriterien bei der Analyse zur Anwendung gekommen sind, die auch automatisiert überprüfbar sind. Bei jeder Website wurden die Startseite und eine repräsentative Inhaltsseite analysiert.

Pflichtenheft

Das Gemeindeinformatikzentrum Kärnten hat im Jänner und Februar 2008 ein Pflichtenheft erstellt und den Kärntner Gemeinden via E-Mail bzw. der GIZ-K Homepage sowie den IT-Dienstleistern via der Kärntner Wirtschaftskammer zur Verfügung gestellt. Dieses Dokument wird laufend weiterentwickelt und versucht den aktuellen rechtlichen, technologischen und organisatorischen Entwicklungen im Bereich kommunaler Webauftritte Rechnung zu tragen.

Die vom GIZ-K gesammelten Anforderungen sind nach statischen (Struktur, Aufbau, Navigation, Design, Layout) und dynamischen Gesichtspunkten (Inhaltsbearbeitung, Interaktion, CMS-Funktionen) beschrieben und als Fragestellungen (Prüfpunkte) formuliert. Von den insgesamt 80 Kriterien sind 32 als so genannte "k.o."-Kriterien eingestuft, die bei der Umsetzung eines kommunalen Webauftritts unbedingt berücksichtigt werden müssen. Diese Kriterien gehen über die gesetzlichen Mindeststandards hinaus und zielen auf mehr Komfort und Usability der Website ab.

Das Dokument beinhaltet darüber hinaus 2 Strukturierungsvarianten für die Gemeindehomepage – ein minimale und eine erweiterte Struktur. Im Anhang sind die Prüfpunkte der WCAG 1.0 Richtlinie – teilweise mit erklärenden Ergänzungen – aufgelistet.

Homepageanalyse

Das Gemeindeinformatikzentrum analysiert den Splash-Screen (sofern vorhanden), die Startseite und eine repräsentative Unterseite der Gemeindehomepage. Folgende Tools werden bzw. wurden für die Überprüfung eingesetzt:

Stichprobenartig wird auch eine manuelle Analyse durchgeführt und die richtige Benennung von Inhaltselementen (z.B. Alternativtexte bei Bildern) überprüft. Der häufigste Fehler ist das Fehlen eines verständlichen Alternativtextes bei Bildern, die noch dazu oft einen Link dahinter verstecken, der somit aber nicht mehr auffindbar ist, wenn beim Betrachten der Webseite assistierende Technologien zum Einsatz kommen. Der zweithäufigste Fehler ist die fehlerhafte Benützung von Frames. Es werden z.B. meist keine Titel für die Frames verwendet.

Die Ergebnisse der Analyse und Empfehlungen zur Behebung der Defizite wurden den Gemeinden übermittelt.

Veranstaltung "Gemeindehomepage Reloaded"

Das Gemeindeinformatikzentrum Kärnten organisierte für die Kärntner Gemeinden eine Informationsveranstaltung mit dem Titel "Gemeindehomepage Reloaded". Die Veranstaltung fand am 27.2.2008 in Klagenfurt vor 46 Gemeinden (ca. 60 Teilnehmer) und am 4.3.2008 in Spittal/Drau vor 23 Gemeinden (ca. 28 Teilnehmer) statt und richtete sich hauptsächlich an AmtsleiterInnen, IT-Verantwortliche und Webcontent-Verantwortliche (Redakteure) in den Kärntner Gemeinden.

Kooperationsprojekt "Gemeindehomepage neu"

Im Rahmen der zuvor stattgefundenen Veranstaltungen konnte der Bedarf für ein gemeinsames Homepageprojekt unter der Koordination des Gemeindeinformatikzentrums ermittelt werden. 35 Gemeinden bekundeten ihr Interesse an dem gemeinsamen Projekt "Gemeindehomepage neu" und derzeit sind über 25 Gemeinden bereits aktiv bei diesem Projekt beteiligt.

Das interkommunale Kooperationsprojekt "Gemeindehomepage neu" wurde am 22. April 2008 in Villach mit einer Auftaktveranstaltung gestartet. Das Konzeptpapier für dieses Projekt (Projektteam, Ablauf, Kosten, etc.) wurde den Kärntner Gemeinden zur Verfügung gestellt. Im Vorfeld wurde ein Content Management System und der bestbietende Lieferant für die Neugestaltung der Website ausgewählt.

Die Umsetzung der neuen Gemeindehomepages basiert ebenfalls auf dem vom Gemeindeinformatikzentrum Kärnten entwickelten Pflichtenheft. Darüber hinaus fließen die neuesten Erkenntnisse im Bereich barrierefreien Webdesigns durch Experten in die Entwicklung mit ein. Unser Ziel ist dabei, nicht nur den gesetzlichen Vorgaben zu genügen, sondern eine Vorbildfunktion für alle Kärntner Gemeindehomepages einzunehmen.

Eine weitere Besonderheit dieses Projekts ist die laufende Betreuung und Weiterentwicklung der Gemeindehomepage. In den laufenden Kosten sind nicht nur Support und Updates inkludiert, sondern auch die gezielte Integration von Erweiterungen (siehe das Projekt „Online-Formulare“) in Hinblick auf E-Government und zur Steigerung der User Experience auf der Gemeindehomepage (z.B. durch zusätzliche Services wie Wetterinfo, Terminreservierungssystem und Content-Syndizierung von help.gv.at, etc.).

Förderung durch den Verein Aktive Gemeinde

Der Verein Aktive Gemeinde beteiligt sich bei den Kosten für die Umsetzung einer barrierefreien Gemeindehomepage in der Höhe von 50% bzw. gedeckelt mit € 1.500,-- je Homepage.

Weitere Informationen