Jugend und regionaler Arbeitsmarkt - JuRA

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Jugend und regionaler Arbeitsmarkt - JuRA
Sektor 10. SOZIALE SICHERUNG
Themenbereich Kinder/Jugend und Familien
Staat Österreich
Bundesland Niederösterreich
Bezirk/Kreis
Projektpartner (Institutionen) Region Römerland Carnuntum
Kontaktperson(en)
Projektwebsite http://www.roemerland-carnuntum.at
Projektstart (Jahr) 2007
Rechts- und Organisationsform Verein
Preise und Auszeichnungen

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Koordinaten: 48° 1' 45", 16° 46' 44"

Beschreibung

Bei verschiedenen Anlässen in der Region Römerland Carnuntum im Jahr 2007 (Runder Tisch "Bildung und Arbeitsmarkt"; Workshop zu "Berufsorientierung in Hauptschulen" mit der WK, AMS, VertreterInnen der Schulen und des Regionalentwicklungvereines) wurde von Wirtschafts- und BehördenvertreterInnen (GKK, BH, Polizei...), LehrerInnen und DirektorInnen sowie Bürgermeistern ziemlich dramatisch die Situation "Jugend & Arbeitsmarkt" geschildert:

Die Schulen haben ein vielfältiges Angebot im Bereich Berufsorientierung und verfolgen das Thema mit hohem Engagement der Lehrkräfte. Genutzt wird dieses aber von jenen SchülerInnen, die auch sonst keine „schlechten Chancen“ haben und vom Elternhaus die nötige Arbeitshaltung mitbekommen. An vielen geht das Angebot aber schlicht vorbei. Diese Gruppe, die die Angebote, aus welchem Grund auch immer, nicht wahrnimmt/annimmt wird aber immer größer.

Die üblichen BO-Maßnahmen greifen zu wenig, weil die Jugendlichen bei einem weiteren Angebot, das sie „fit“ machen soll abblocken.


Durch die verschiedenen Besprechungen und viele Einzelgespräche in der Region wuchs jedoch langsam die Einsicht, dass es eine neue Form ganzheitlicher und "sinnstiftender", regionaler Jugendarbeit braucht. Das ist eine der Zielsetzungen des Projekts: Den Bewusstseinswandel bei Multiplikator/innen und Entscheidungsträger/innen weiter zu betreiben - denn deren Bewusstseinsstand entscheidet über Erfolg oder Mißerfolg, darüber, ob innovative Maßnahmen angenommen oder abgelehnt werden.

„Jugendarbeit“ schließt dabei die Arbeit mit Erwachsenen (Eltern, Lehrer, Jugendbetreuer, Nachbarn von Jugendtreffs etc.) ebenso ein wie mit regionalen Institutionen (Sozialeinrichtungen, Behörden, Wirtschaft, Gemeinden,…). Sie findet daher sowohl auf Regions- als auch auf Gemeindeebene statt:

Ziele dieses Projektes waren Integration und Intensivierung bereits bestehender Initiativen zum Thema Jugend und regionaler Arbeitsmarkt, Erhaltung und Vertiefung der Lebendigkeit, der sozialen Aktivitäten und v.a. der Selbstverantwortung der Jugendlichen in den Gemeinden. Jugendliche wurden motiviert, auf ihr direktes Umfeld einzuwirken (Schule, Beruf, Eltern, Freizeit, etc.) und soziale Netzwerke der Gemeinden/Region zu pflegen.

Römerland Carnuntum fängt mit Jugendarbeit nicht von vorne an: Im Jahr 2006 wurde das mehrjährige regionale Jugendprojekt „pro youth" abgeschlossen (an die 30 moderierte Workshops in Gemeinden mit hunderten Jugendlichen; einjähriger Jugend-Führungskräftelehrgang), es gibt "ungewöhnliche" Berufsorientierungs-Erfahrungen aus früheren Jahren - und das Thema "Maßnahmen zur Steigerung des Sozialkapitals, besonders der Jugend" wurde im Regionalentwicklungsplan für die Leader-Periode 2007-2013 verankert.

Die Aktivitäten erfolgten in 5 Schwerpunktbereichen: • Schulen • Betriebe • Jugendliche (v.a. Lehrstellensuchende) • Eltern • Partner

Schulen • Brücke zu den Jugendlichen für jene Lehrkräfte bauen, die Berufsorientierungs-maßnahmen durchführen (damit sie vor allem an die schwierigen, nicht motivierten SchülerInnen herankommen) durch zielgruppenrelevante Angebote (Sexualität, Aggression, Alkohol etc.) • Vernetzungs- und Kommunikationsplattform für LehrerInnen • Bildungs- und Beratungsangebot für LehrerInnen (Umgang mit aggressiven Jugendlichen, Alkohol, Salutogenese etc.) • Möglichkeiten am Arbeitsmarkt mit dem Focus auf die regionale Wirtschaft („Halten“ der Jugendlichen in der Region) • Abstimmung der Maßnahmen mit dem schulpsychologischen Dienst


Betriebe • Begleitung, Weiterbildung und Beratung für UnternehmerInnen und MeisterInnen, die mit Lehrlingen arbeiten (vor allem Integration „schwieriger“ Jugendlicher in den Arbeitsprozess) . • Pool/Verzeichnis der ausbildenden Betriebe; vor allem jener, die bereit sind, Jugendliche im Rahmen von BO-Maßnahmen aufzunehmen (Schnupperlehre; Praktikum,…) – inklusive der nötigen Öffentlichkeitsarbeit für die Betriebe.

Jugendliche • Methoden entwickeln, um vor allem um schwierig Erreichbare zu interessieren • Themen nach Aktualität und Relevanz für die Jugend wählen • Diese Themen kompatibel für die Öffentlichkeit und die AuftraggeberInnen aufbereiten • Niederschwellige Beratungsangebote bei Veranstaltungen • Aufbau und Begleitung eines regionalen Projektsteuerungsteams (mind. 50 % Jugendliche)

Eltern • Elterngespräche über die Lebenswelt der Jugend, Freizeit, pädagogische Unterstützung, Bildung und Arbeitswelt heute • Müttercafes und Väterstammtisch als erreichbare Plattform • Clearingstelle für Eltern lehrstellensuchender Jugendlicher - und bei Bedarf Weitervermittlung zu geeigneten Beratungsstellen etc. • Elternberatung im Rahmen von Berufsorientierungsmaßnahmen • Begleitmaßnahmen für Eltern im Rahmen der AMS-Berufsorientierung: Einzelberatung, Coaching, spezielle Zusatzangebote

PartnerInnen • Abstimmung aller Maßnahmen mit den regionalen EntscheidungsträgerInnen, Institutionen und Organisationen (AMS, WK; REVAC; BH; Polizei, Gemeinden, Vereine,…) • Projektsteuerungsteam • Laufende Information aller Beteiligten, Öffentlichkeitsarbeit (Newsletter)


Finanzierung

Gesamtkosten 30.000,-- Euro 15.000,-- Förderung aus dem Entwicklungsfonds für Kleinregionen (Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. RU2)

Aktueller Stand

Ergebnis des Projektes „Jugend und regionaler Arbeitsmarkt“ ist ein -seit dem Start des Projektes „Jugend und regionaler Arbeitsmarkt“ im November 2007- nunmehr durchgehend arbeitender Jugendberater.

Erzielte Effekte

Empfehlungen • Recherche der bestehenden Angebote • Vernetzung der AkteurInnen der „Szene“ mit Behörden und Wirtschaft • Entwicklung von Angeboten unter Berücksichtigung von gewachsenen und bestehenden Strukturen, sowie nach regionalen und lokalen Bedürfnissen aller beteiligten Bevölkerungsgruppen • Moderationsfunktion der Projektleitung


Erfolgsfaktoren • Jahrelange Arbeit des Regionalentwicklungsvereines in den Gemeinden (u.a. das Projekt pro Youth) • daher Verständnis für die Projektidee und Vertrauen in die Projektleitung • Team(kultur) des Regionalentwicklungsvereines und des BHW NÖ

Hemmfaktoren • Politische Interessen rund um das Thema Jugend (Vereinnahmungen, Negativbeispiele von kleinlicher Parteipolitik) • Beschränkte Ressourcen der Partner (z.B. AMS) • Angst vor Themen, die als „heiße Eisen“ gelten (z.B. Alkohol und Jugend)

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